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WAGO verbindet

MTM unterstützt Fertigung innovativer Produkte
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Veröffentlicht am
12.12.2011
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MTMaktuell sprach mit dem Leiter Produktionsplanung International, Hans-Dieter Witte, und seinem Mitarbeiter in der zentralen Zeitwirtschaft, Andreas Edler, über den Einsatz und die Anwendung von MTM bei WAGO Kontakttechnik...

Die WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG hat ihren Stammsitz in Minden, einer Stadt mit 83.000 Einwohnern im Nordosten Westfalens. Die Erfolgsgeschichte von WAGO begann mit einer einfachen, aber revolutionären Federklemme, die heute weltweit unter dem Namen CAGE CLAMP® für ihre benutzerfreundliche Handhabung bekannt ist. Mit der Erfindung, Federklemmen für elektrische Verbindungen einzusetzen, hat sich WAGO seit der Gründung im Jahr 1951 zum weltweiten Marktführer dieser Technik entwickelt. In der Automatisierungstechnik ist man seit 1995 einer der führenden Anbieter für modulare, feldbusunabhängige Steuerungssysteme.
WAGO-Produkte werden weltweit in der Industrie, der Energie- und Prozesstechnik, der Gebäudetechnik, im Maschinen- und Anlagenbau und in der Verkehrstechnik, eingesetzt. 2010 beschäftigte WAGO rund 5.300 Mitarbeiter, die sich auf die weltweit insgesamt 78 Tochtergesellschaften, Vertretungen und Produktionsstandorte verteilen. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete in 2010 einen Jahresumsatz von 500 Mio. Euro. Seit 1996 setzt WAGO in der Arbeitsgestaltung sowie in der Zeitwirtschaft auf MTM. Mit dem Leiter Produktionsplanung International, Hans-Dieter Witte, und seinem Mitarbeiter in der zentralen Zeitwirtschaft, Andreas Edler, sprach MTMaktuell über den Einsatz und die Anwendung von MTM.


MTMaktuell: Herr Witte, Sie sind Leiter Produktionsplanung und -steuerung International. Sagen Sie uns bitte etwas über Ihren Arbeits- und Verantwortungsbereich sowie zum Produktspektrum von WAGO.

Hans-Dieter Witte: Gern. Im Geschäftsführungsbereich Produktion verantworte ich die Produktionsplanung, insbesondere die Planungsbereiche mit zentralen und internationalen Funktionen, zum Beispiel das Stammdatenmanagement und die Zeitwirtschaft. Teams mit drei bis fünf Mitarbeitern, die von einem verantwortlichen Teamleiter geführt werden, bearbeiten die zentralen Aufgabenstellungen. In der Zeitwirtschaft besteht das Team aus derzeit vier Mitarbeitern, die von Herrn Edler geführt werden. WAGO ist bekannt geworden durch die Dosenklemme mit dem Steckklemmanschluss, die in nahezu jedem  Wohngebäude Anwendung findet. Die industriellen Produkte wie Reihenklemmen, Leiterplattenklemmen und Leuchtenklemmen finden sich in der Automobilproduktion und in der Zulieferindustrie, im Kraftwerksbau, bei der Bahn und in der Gebäudetechnik. Vorteil ist auch hier die wartungsfreie Klemmtechnik. Das stetig steigende Produktportfolio von einigen zigtausend verkaufsfähigen Produkten erstreckt sich von einer einfachen Federklemme bis zur bestückten Tragschiene nach Kundenwunsch mit vielen bestückten Baueinheiten. Dabei bewegen sich die Stückzahlen von „One-piece-flow“ bis zu Millionen.

Andreas Edler: Als ausgebildeter Metallfacharbeiter und REFA-Techniker habe ich mich nach meinem Eintritt bei Wago in 1999 konsequent mit MTM weitergebildet. Neben der Praktikerausbildung habe ich die EIE-Ausbildung durchlaufen und stehe jetzt kurz vor dem Abschluss zum Instruktor. Neben unserem zentralen Zeitwirtschaftsbereich haben wir zusätzlich jeweils ausgebildete Zeitwirtschaftler in den Produktionswerken, die sich um die Bereiche Zeitermittlung, Arbeitsgestaltung und Arbeitsplanpflege kümmern. Die zentrale Zeitwirtschaft sorgt für die Entwicklung von Standards und unterstützt die Produktionsstandorte in allen fachlichen Fragestellungen. Dazu gehört auch die Überprüfung auf sachliche Richtigkeit und die Freigabe der vor Ort erstellten Analysen, die dann in die Arbeitspläne übernommen werden.

MTMaktuell: Herr Edler, seit wann arbeitet WAGO mit MTM, wie hoch ist der Abdeckungsgrad und wie binden Sie die Mitarbeiter mit ein?

Andreas Edler: Seit 2003 decken wir die Montagebereiche mit MTM ab. Zur aktiven Einbindung der Fertigung wurden alle Einrichter und Schichtmeister, die für die Handmontageplätze zuständig sind, von uns geschult:

 

  • Wie muss ein Arbeitsplatz aufgebaut werden?
  • Wie machen sich die Einflussgrößen bemerkbar?
  • Was ist Beidhandarbeit und wie wird sie eingesetzt?

Damit können sie wiederum die Fertigungsmitarbeiter vor Ort entsprechend informieren und schulen.

 

 

Flächendeckende

Arbeitsgestaltung mit MTM


MTMaktuell: Herr Witte, wie beurteilen Sie Stellenwert und Akzeptanz von MTM in Ihrem Hause?

Hans-Dieter Witte: Beides ist gerade in jüngster Zeit, bedingt durch die Übernahme in die zentrale Zeitwirtschaft, stark gewachsen, so dass MTM heute ein akzeptiertes und vertrautes Verfahren bei WAGO, auch beim Betriebsrat, ist. Man schätzt das gestalterische Potenzial und weiß, dass die Zeit fair, realistisch und einhaltbar ist. Unser Geschäftsführer im Bereich Produktion hat ebenfalls eine MTM-Ausbildung und legt Wert auf hohe Abdeckung, verbunden mit hoher Datenqualität.

Andreas Edler: Ergänzend hierzu möchte ich noch die Arbeitsgestaltung erwähnen, die wir flächendeckend betreiben. MTM wird bei uns bereits im Produktentstehungsprozess eingesetzt. Wir als Zentralabteilung werden in der Konstruktionsphase der Betriebsmittel mit eingebunden in Bezug auf Ergonomie und Arbeitsablauf. Zur Entscheidungsfindung bei verschiedenen Vorrichtungskonzepten werden die Abläufe mit MTM-Analysen durchleuchtet und zeitlich bewertet. Nach Fertigstellung der Vorrichtungen werden die Arbeitsplätze dann nach dem analysierten Sollzustand eingerichtet, getestet und eventuell optimiert. Die Werker werden durch die Einrichter anhand von Arbeitsanweisungen, die von der Zeitwirtschaft erstellt werden, in die Arbeitsabläufe eingewiesen.

 

Internationale Standards


Hans-Dieter Witte: In Zusammenarbeit mit der Zeitwirtschaft hat die Produktion zusätzlich ein Einarbeitungsprogramm für neue Mitarbeiter entwickelt, bei dem neben den organisatorischen Themen auch über die Gestaltung der Arbeitsplätze und die Arbeitsabläufe informiert wird. Diese standardisierte Vorgehensweise hilft uns, die geeigneten Mitarbeiter für die jeweiligen Arbeitsplätze zu finden. Neben den zwei Produktionswerken in Minden und Sondershausen produzieren wir noch in der Schweiz, in Polen, in China und mit kleineren Einheiten in weiteren Ländern. Durch die internationale Standardisierung, nicht nur bei der Einarbeitung, sondern auch bei Arbeits- und Zeitstandards für die Prozesskette, schaffen wir die Voraussetzungen, um dort ebenfalls auf hohem Qualitätsniveau zu produzieren.

MTMaktuell: Wie sieht denn die Prozesskette bei einem komplexen WAGO-Produkt aus?

Hans-Dieter Witte: Wir haben eine hohe Fertigungstiefe, das bedeutet, wir kommen immer vom Rohstoff, welcher als Kunststoffgranulat oder als Metallband in Federstahl oder Kupfer angeliefert wird. Als Vorfertigung bezeichnen wir das Spritzen der Kunststoffteile und das Stanzen der Metallteile zu Stromschienen und Federtechnik. Als Zwischenstufe werden Bauteile mit hoher Verwendungsvielfalt gefertigt An integrierten Fertigungslinien wird vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt auf vollautomatischen Anlagen produziert. Die erforderlichen, teilweise umfangreichen Prüfprozesse sind hier ebenfalls integriert. In der manuellen Montage werden die Produkte aus dem Segment Einzel- und Serienfertigung, die aus etwa fünf bis über 50 Stücklistenpositionen bestehen, montiert.

MTMaktuell: Zum Abschluss – wie sehen Sie bei WAGO die Zukunft in Ihrem Bereich?

Hans-Dieter Witte: Ich denke, die hohe Innovationskraft von WAGO wird sich auch in der Produktionsplanung niederschlagen in Richtung eines integrierten Industrial Engineering aller Produktionsplanungsaktivitäten, um Synergieeffekte noch besser und schneller realisieren zu können. Eine anspruchsvolle und spannende Aufgabe!

 
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