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MTM im Siteco Produktionssystem (SiPS)

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Thomas Riedl, Leiter Arbeitswirtschaft, Siteco Beleuchtungstechnik GmbH, Traunreut
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Veröffentlicht am
13.12.2011
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Seit Sommer 2011 ist die Siemens-Tochter OSRAM neuer Eigentümer von Siteco. In 2009 hat man begonnen, MTM für die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Arbeitssystemen und der Materialbereitstellung einzusetzen. Mehr dazu im folgenden Artikel.

Als richtungweisendes Unternehmen mit einer rund 150-jährigen Erfahrung hat Siteco die Beleuchtungstechnik entscheidend geprägt. 1949 wurde das Unternehmen als Hausgeräte- und Leuchtenwerk der Siemens Elektrogeräte GmbH mit Hauptsitz in Traunreut, einer Kleinstadt mit 22.000 Einwohnern in Oberbayern, gegründet. Seit der Ausgliederung aus dem Siemens Konzern und der Gründung der Marke Siteco im Jahr 1997 entwickelte sich das Unternehmen zu einem der führenden Hersteller und Anbieter technischer Innen- und Außenbeleuchtung. Siteco beschäftigt heute weltweit rund 1.250 Mitarbeiter, davon 1.000 in Deutschland, und erzielte 220 Mio. Euro in 2010. Seit Sommer 2011 ist die Siemens-Tochter OSRAM neuer Eigentümer von Siteco. In 2009 hat man begonnen, MTM für die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Arbeitssystemen und der Materialbereitstellung einzusetzen. Dabei wurde von Anfang an die Software TiCon© mit dem Fokus auf TiCon© für SAP eingesetzt. Der Verfasser dieses Berichts ist Maschinenbautechniker und REFA-Techniker mit umfassender MTM-Ausbildung. Seit über 20 Jahren ist er bei Siteco beschäftigt und ab März dieses Jahres Leiter der Arbeitswirtschaft.

Von der Straßen- und Platzbeleuchtung bis hin zur Flughafen-und Stadienbeleuchtung (z.B. die Allianz-Arena in München) – das Außenleuchtensortiment bietet Lösungen für alle Outdoor-Bereiche. Im Innenraum überzeugt Siteco durch designorientierte und innovative Lichtwerkzeuge für die Beleuchtung von Büro- und Industriegebäuden sowie öffentlichen Gebäuden, Shopping-Centern (z. B. Aldi-Süd) u.v.m. Auch im Projektgeschäft, beispielsweise bei der Tunnelbeleuchtung, da jeder Tunnel seine spezifische Ausleuchtung benötigt, ist Siteco erfolgreich im Einsatz.

Die Arbeitswirtschaft umfasst die traditionelle REFA-Zeitwirtschaft und MTM zur Analyse, Bewertung und Gestaltung von Arbeitssystemen sowie die Ergonomie. Produktionstechnisch unterscheidet man die drei Bereiche Außenbeleuchtung, Innenbeleuchtung und kundenspezifische Beleuchtung. In der Montage findet man unterschiedliche Arbeitssysteme:
Vom einfachen Handarbeitsplatz über manuelle Montagelinien bis hin zu U-Shapes mit hoher Flexibilität bezüglich Mitarbeitereinsatz und Stückzahlen sowie getakteten Liniensystemen, an denen „One-piece-flow“ realisiert wird. Daneben gibt es hochgradig mechanisierte und automatisierte Systeme, bei denen der Mitarbeiter nur eine unterstützende Funktion hat.


MTM in 2009 eingeführt

Um einen Eindruck von der Produktion zu erhalten, ist nachfolgend der Durchlauf einer Rasterleuchte beschrieben:

  • Anlieferung der Bleche für Gehäuse (bandlackiertes Stahlblech) und für die Lichttechnik (eloxiertes Spiegelmaterial)
  • Stanzen und Umformen aus Blechcoils
  • Biegen von Gehäusetunnel und Stirnwand
  • Stanzen, Biegen und Umformen der Lichttechnik
  • Transport zu den entsprechenden Montagelinien
  • Anbringung von Styroporteilen als Werkstückträger und zur schützenden Verpackung
  • Komplettieren der Gehäuse und der Lichttechnik mit elektronischem Vorschaltgerät und kompletter Verdrahtung sowie mechanischen Stützelementen (30 bis 50 Bauteile)
  • Elektrische Prüfung
  • Versandfertige Verpackung an zentraler Verpackungsstation.

Die Zeitwirtschaft bei Siteco wurde bis vor anderthalb Jahren ausschließlich mit REFA abgedeckt. Um für die Planung bereits vor Produktionsbeginn exakte Daten zur Verfügung zu haben und um Arbeitsgestaltung nach dem Motto „Von Anfang an richtig!“ betreiben zu können, wurde in 2009 MTM eingeführt. Als Bausteinsysteme kommen UAS und MEK zum Einsatz.

Ein erstes UAS-Projekt wurde mit der Rasterleuchte zur Erstellung der Analysen und der Datenkarten (siehe Bild 3) durchgeführt. Danach folgte die Erstellung von Bausteinen für die Sonderleuchten mit MEK. Dabei hat man von Beginn an mit der Software TiCon©3 gearbeitet, wobei schnell klar wurde, dass man dauerhaft auf die nunmehr verfügbare Lösung TiCon© für SAP setzen würde.

Bettina Zettl, Mitarbeiterin in der Arbeitswirtschaft, präzisiert das Tagesgeschäft: „Seit rund eineinhalb Jahren arbeiten wir verstärkt mit MTM und nutzen seitdem auch TiCon©3, allerdings als Testversion, da wir auf TiCon© für SAP gewartet haben. Seit Anfang August sind wir mit einer Testinstallation bei der Einführung, die wir gemeinsam mit dem MTM-Softwarehaus „customizen“. Letztlich erwarten wir uns bei laufendem Betrieb eine unkomplizierte und schnelle Anbindung an unsere Arbeitspläne. Zum Tagesgeschäft in der Arbeitswirtschaft gehört natürlich die Erstellung aller MTM-Analysen, die als höher verdichtete Bausteine in speziellen Datenkarten zusammengefasst werden, um sie den Planern zur Verfügung zu stellen. Arbeitsgestaltung und neuerdings verstärkt auch die Ergonomie, gehören ebenfalls zu unseren täglichen Aufgaben.“
 

Siteco-Ergo-Check

Auf dem Feld der Ergonomie hat Siteco einen sogenannten Ergo-Check entwickelt, mit dem alle Arbeitsplätze in der Produktion nach den aktuellen ergonomischen Erkenntnissen mit einem Ampelsystem bewertet werden. Dabei gilt die Vorgabe, dass alle Plätze, bei der die Ampel auf Rot steht, innerhalb eines halben Jahres verbessert werden müssen. Vorläufer war ein Projekt mit Dr. Steffen Rast von der Deutschen MTM-Gesellschaft, bei dem ein ausgewähltes Arbeitssystem überprüft wurde. Es handelte sich dabei um einen Platz, an dem fertige Leuchten von einem Transportband abgenommen und palettiert werden. Nach der Ampelbewertung befand sich der Platz im roten Bereich. Hier konnte durch organisatorische und arbeitsgestalterische Möglichkeiten Abhilfe geschaffen werden.

Produktionsleiter Christian Handke, selber früher als MTM-Instruktor tätig, bekräftigt die Bedeutung von MTM: „Der Stellenwert nimmt stetig zu. Das gilt nicht nur für den Bereich der Serienfertigung in der Produktion, sondern beginnt bereits im Vorfeld der Entwicklung. Es gilt, frühzeitig Methoden und Standards festzulegen, um den hohen Qualitätsanforderungen zu genügen, und zwar sowohl für die Serien- als auch für die Kleinserienproduktion. Im Siteco Produktionssystem sind die Methoden und Standards festgeschrieben“.


Lean und MTM

Daniel Witt, Leiter Arbeitsvorbereitung, zu der auch die Arbeitswirtschaft gehört, verweist auf das Zusammenspiel von Lean und MTM: „Seit rund einem Jahr arbeiten wir verstärkt mit dem Thema Lean und hier besonders mit Kanban, Kaizen-Ansätzen, Poka-Yoke, 5S und Wertstromdesign an unseren Prozessen. Durch die exakte Beschreibung und Quantifizierung der Prozesse mit MTM bekommen wir belastbare Soll/Ist-Vergleiche und können damit unsere Aktivitäten objektiv bewerten und Gestaltungsdefizite beheben bzw. für die Zukunft vermeiden. So haben wir beispielsweise bei der Verkürzung von Greifwegen, bei der Vermeidung von Bück- und Drehbewegungen und bei der Verkürzung von Lauf- und Transportwegen gute Erfolge erzielen können. Darüber hinaus wollen wir mit ProKon bereits in der Entwicklung die Weichen für eine montagegerechte Produktion stellen, um so dem Anspruch „von Anfang an richtig“ gerecht zu werden. Auch der prospektiven Ergonomie werden wir noch mehr Beachtung einräumen.“

 
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