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Modulare Produktionssysteme

Forschungsprojekt zur Wandlungsfähigkeit von Unternehmen
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Veröffentlicht am
12.05.2014
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Wissenschaft & Forschung (8) > Produktionssysteme (5) > Modulare Produktionssysteme
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Entwicklungsprojekt „WamoPro" bietet Lösungshilfen für die Wandlungsfähigkeit von Konzernen und KMU durch modulare Produktionssysteme in einem von hoher Dynamik geprägten Marktumfeld.

Was tun, wenn der Großkunde eines kleinen Unternehmens „plötzlich“ unter globalen Druck gerät und große Auftragsvolumina ausbleiben? Wie reagiert man, wenn Kundenanforderungen sich nach der Technologieplanung dann doch anders darstellen, als vom Marketing prognostiziert? Wie handhabt man die Anschaffung millionenschwerer Technologien, die Verlagerung von Unternehmensstandorten oder die Reorganisation von F&E-IT in Konzernstrukturen? Im Fokus des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Entwicklungsprojektes „WamoPro – Wandlungsfähigkeit durch modulare Produktionssysteme“ standen aktuelle Fragestellungen großer Konzerne ebenso wie kleinund mittelständischer Unternehmen (KMU). Die Deutsche MTM-Gesellschaft mbH war als einer der Technologie-Transfer-Partner in das Projekt integriert. Die Projektergebnisse sind in einem wissenschaftlichen Begleitbuch veröffentlicht und stehen jetzt auch als praktischer Leitfaden zur Verfügung.

Ziel des Entwicklungsprojektes war es, ganz praktische Fragestellungen im „großen“ Thema der Unternehmensgestaltung in einem von hoher Dynamik geprägten Marktumfeld wissenschaftlich zu durchdringen und Lösungshilfen dafür zu erarbeiten. Konzerne und KMU haben hier durchaus vergleichbare Probleme: Die Dimension der bevorstehenden Veränderung übersteigt das, was man sich mit „Bordmitteln“ zu bewältigen zutraut. Dabei handelt es sich bei den beteiligten Unternehmen keinesfalls um Start-ups oder ähnliche typischerweise dem Hochrisikobereich zugeordnete Wirtschaftseinheiten, sondern um renommierte Namen, die für Kontinuität und Solidität stehen. Vielleicht sind es genau diese Attribute, die ausschlaggebend sind, dass sich die Industrieunternehmen Festo, Miele, MBB-Fertigungstechnik, DB-Schenker und Jacobi Eloxal, gemeinsam mit produktions- und wirtschaftswissenschaftlichen Lehrstühlen der Technischen Universitäten Bochum und Dortmund und dem MTM-Softwarehaus für drei Jahre zum Grübeln und Tüfteln vereinbart haben.

Frühwarnsystem für Wandlungsbedarf

Die WamoPro-Grundidee ist schnell beschrieben: Modulare Produktionssysteme sollen Unternehmen befähigen, sich schnell und unkompliziert zu wandeln. Wandel ist vereinfacht dargestellt das, was über die installierte Flexibilität eines Produktionssystems hinausgeht. Man untersuchte dazu Wandlungstreiber, -hemmnisse, -befähiger und -auslöser in den drei Dimensionen Technik, Organisation und Personal. Produktionssysteme wurden dazu in sogenannte T-, O- und P-Module zerlegt, um sie wandlungsinduziert neu kombinieren zu können. Dazu waren im Forschungskonsortium Methoden und Werkzeuge zu entwickeln und in den Pilotbereichen zu erproben. Die Frühwarnung für Wandlungsbedarf und die Selbstbewertung von Wandlungsfähigkeit stand im Mittelpunkt der Forschungsarbeit der Universitätslehrstühle für Produktionssysteme sowie für Unternehmensrechnung und Controlling. Ebenso waren die Aspekte der Kosten-Nutzen- Betrachtung für rekonfigurierte Produktionssysteme sowie die Methoden der Modellierung und Konfiguration der T-, O,- und P-Module selbst Gegenstand universitärer Forschung.

Softwarehaus agiert als Technologie-Partner

MTM und das Festo-Lernzentrum agierten im Forschungsverbund als sogenannte Befähiger. Ziel war hierbei neben der Mitwirkung in den Forschungsgruppen insbesondere die Entwicklung von Handlungshilfen und Werkzeugen, um die Forschungsergebnisse in der Unternehmenspraxis nutzen zu können. Konkret wurde von MTM hierzu ein Methodenbaukasten konzipiert und auf der technischen Plattform des eGPS (elektronisches Ganzheitliches Produktionssystem) als Wissensmanagementsystem implementiert. Dieses wurde mit dem an der TU Bochum im Projekt entwickelten Baukasten für T-, O- und P-Module vernetzt. Anwender aus den beteiligten Unternehmen konnten diese webbasierte Plattform nutzen, um Methoden und Werkzeuge, die einerseits bereits für die Bewältigung des Tagesgeschäfts zur Verfügung standen, andererseits in WamoPro entwickelt oder verbessert wurden, mit Wandlungsszenarien bzw. daraus resultierenden Aktivitäten verknüpfen.

Die Wandlungsszenarien selbst wurden unter Federführung des Festo-Lernzentrums erhoben und mit Hilfe der eGPS-Struktur systematisiert. Das System erlaubt so beispielsweise jedem Akteur im Wandlungsszenario, für ihn notwendige Methoden zu identifizieren und entsprechend geeignete Werkzeuge auszuwählen. Die bidirektionale Verknüpfung mit dem Modulbaukasten versorgt die dort formulierten organisatorischen Module aus dem gleichen Bestand an Methoden und Werkzeugen, sodass jede organisatorische Maßnahme passgenau methodisch unterstützt wird.

tw

 
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