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Potentiale im Fokus

Optimal gerüstet

Uwe Boss, Geschäftsbereichsleiter EMS, DBK EMS GmbH & Co. KG, Herxheim
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Veröffentlicht am
23.03.2012
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Unternehmen & Projekte (66) > Produktivitätssteigerung (8) > Optimal gerüstet
Prozesse schlanker und stabiler zu gestalten, die Auftragszeit zu reduziern und die Gesamtanlagenkapazität zu steigern, das hatte sich die DBK EMS GmbH & Co. KG in Herxheim vorgenommen. Wie das mit dem Projekt "Schnelles Rüsten" der Deutschen MTM-Gesellschaft durchgeführt wurde, darüber berichtet der Geschäftsbereichsleiter Uwe Boss.

Seit 1972 beschäftigt man sich bei der DBK EMS GmbH & Co. KG mit der Fertigung elektronischer Baugruppen. Ihr derzeitiger Firmensitz ist die Ortsgemeinde Herxheim in Rheinland-Pfalz. Mit rund 110 Mitarbeitern werden, neben einem kleinen Anteil von Automotive-Produkten für die DBK-Gruppe selbst, hauptsächlich Flachbaugruppen im Kundenauftrag gefertigt. 2011 wurde damit ein Umsatz von ca. 15 Mio. Euro erzielt.
Der gesteigerten Nachfrage wird man ab Mai 2012 in einem neuen Werk mit einer doppelt so großen Produktionsfläche in Rülzheim im benachbarten Landkreis Germersheim gerecht. Noch an alter Wirkungsstätte hat man sich entschieden, die Prozesse noch schlanker und stabiler zu gestalten, die Auftragszeit zu reduzieren und die Gesamtanlageneffektivität (OEE) zu steigern. Dazu wurde mit Unterstützung der Deutschen MTM-Gesellschaft das Projekt „Schnelles Rüsten“ durchgeführt. Über den Projektverlauf, die Ergebnisse und künftige Aktivitäten berichtet der Geschäftsbereichsleiter, Uwe Boss.

Die DBK EMS produziert entlang der Wertschöpfungskette beginnend bei der Kundenberatung, über Einkauf, Produktion, Test, Montage und Versand Baugruppen mit einem hohen Qualitätsanspruch. Die Bestückung erfolgt sowohl in konventioneller Through Hole Technology (THT) mit Baugruppen, die Drahtanschlüsse haben, als auch mit miniaturisierten SMD-Bauteilen (surfacemounted device), deren lötfähige Anschlussflächen maschinell direkt auf die Leiterplatte gelötet werden.
 

Optimierung der Auftragsvorbereitung

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und einer nicht optimalen Aufgabenzuordnung gab es in beiden Technologiebereichen deutliches Gestaltungspotenzial in der Auftragsvorbereitung. Unser Beirat Dr. Werner Beumelburg hat in einem französischen Tochterunternehmen der DBK-Gruppe gute Erfahrungen mit MTM gemacht und empfahl uns die Zusammenarbeit. In der dann entstandenen Projektgruppe wurden zusammen mit Paul Reiners von der Deutschen MTM-Gesellschaft im Mai 2011 fünf Hauptaufgaben formuliert:

• Erarbeitung von Prozessen zum „Schnellen Rüsten“
• Beschreibung der erforderlichen Rahmenbedingungen
• Dokumentation des verbesserten Rüstablaufs
• Zeitliche Bewertung der Rüstabläufe
• Erzeugung von Methodenverständnis bei den Mitarbeitern.

Zum Start gab es in drei Workshops ein „Augenöffnungs-Training“, das allen Beteiligten sehr geholfen hat. Vorgegangen wurde dann nach der SMED/COE-Methode. SMED (Single Minute Exchange of Die) steht für ein Werkzeugwechsel im einstelligen Minutenbereich, COE (Change Over Efficiency) für ein effizientes Rüsten. Die Prozesse wurden dafür gegliedert nach „internen Prozessen“ (müssen bei ruhender Maschine ausgeführt werden) und „externen Prozessen“ (können vorbereitet werden, während die Maschine läuft).
Häufig wurde eine Verbesserung schon dadurch erreicht, dass man durch verbesserte Arbeitsmethoden komplette Arbeitsschritte eliminieren oder zeitlich reduzieren konnte. So war es beispielsweise möglich, die Durchlaufzeit eines SMD-Auftrages von ursprünglich 5,35 Stunden auf 2,12 Stundenzu reduzieren. In der dann durchgeführten Schwachstellenanalyse ergaben sich einige Ansatzpunkte, wie z.B.

• Gesamtanlageneffektivität (OEE) von nur ca. 55 %
• hohe Auftragsdurchlaufzeiten mit teilweise mehr als 20 Tagen
• Mängel in der Abstimmungen zwischen den Abteilungen
• Lücken in der Dokumentation der Best-Practice-Prozesse
• Durchführung von Aufgaben der Logistik und Arbeitsvorbereitungdurch Mitarbeiter der Produktion
• viele Suchvorgänge
• keine Werkerselbstprüfung, für die gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten entwickelt wurden.


Potenzial auch in der Logistik

Nicht nur für das Rüsten, sondern auch für die unterstützenden Prozesse der Logistik konnten Vorschläge für Optimierungsmaßnahmen entwickelt werden:

• Schüttgut direkt in die Fertigung mit Ship-to-line und Kanban-Supermarkt
• Ablaufgerechtes Kommissionieren mit montagekompatiblen Wagen
• Raum zum Vorrüsten in den Bereich Logistik integrieren
• Datenerfassung durch Scanner
• Elektronische Bestandsführung, dadurch Entfall der Karteikarten.

Alle Verbesserungspotenziale wurden mit den verantwortlichen Mitarbeitern vor Ort und in Teamsitzungen auf Realisierbarkeit überprüft und abgestimmt.

Fazit

„Wir freuen uns, dass wir zusammen mit Herrn Reiners schon jetzt eine Verbesserung der Durchlaufzeit um ca. 30 % erreichen konnten. Richtig einsetzen und wirken lassen können wir viele Maßnahmen aber erst, nachdem unsere Produktion in dem neuen Werk in Rülzheim im Mai unter wesentlich besseren Produktionsbedingungen angelaufen ist. Viele Anregungen haben wir allerdings schon in die Planung der neuen Fabrik einfließen lassen. Außerdem werden wir aufgrund der guten Ergebnisse mit diesem Projekt ein Produktionssystem etablieren. Und nach dieser ersten erfolgreichen Zusammenarbeit lassen wir uns auch gerne wieder durch MTM unterstützen!“, betonte Uwe Boss in seinem Fazit.
 

 
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